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Wie führt und motiviert man die Generation Y?

Sie reden stets über Dinge, die sie stören, hinterfragen alles und jeden. Sie erwarten Rechtfertigungen für Entscheidungen und legen mehr Wert auf Freizeit und Selbstverwirklichung als jede Generation vor ihnen. Die Generation Y – die Kohorte, die zwischen 1980 und 2000 geboren wurde – erscheint besonders sensibel und anspruchsvoll. Sie stellt vor allem Arbeitgeber vor neue Herausforderungen.

Um Generation Y erfolgreich - gemäß ihren Ansprüchen und Charakteristika - führen zu können, muss man an erster Stelle verstehen, was diese Generation wirklich ausmacht, warum sie anders ist als die Generationen zuvor und demnach auch anders geführt werden will. Generation Y…

  • …wuchs in einer Zeit auf, in der der digitale Informationszugang sich etablierte. Kinder dieser Generation lernten, dass Informationen überall und vor allem in Sekundenschnelle abgerufen werden können. Einfluss hat dies vor allem auf die Kommunikation (schneller und über mehrere Kanäle) sowie Entscheidungsprozesse dieser Generation (Wahl des Arbeitgebers über Vergleichsportale wie Glasdoor oder Kununu).

  • …investiert viel Zeit und Geld in (Aus-)Bildung. Je höher der Abschluss, desto mehr Türen, die einem offenstehen, und desto wahrscheinlicher ein angesehener Platz in der Gesellschaft sowie der Grundstein für ein selbstbestimmtes Leben.

  • …lässt sich primär von dem Wunsch nach Selbstverwirklichung und beruflicher Unabhängigkeit leiten. Arbeiten, um allein sein Brot zu verdienen, ist nicht mehr ausreichend – diese Generation strebt nach Höherem: Sinnerleben, Erfüllung, Freude und Anerkennung. All das muss Erwerbstätigkeit beinhalten. Lebensläufe müssen keine Gradlinigkeit mehr aufweisen; Freiheit und Unabhängigkeit ist das, was zählt.

  • …kann sich vom Leben in Unsicherheit nicht mehr verunsichern lassen, da sie den Umgang mit Krisen allein anhand historischer Ereignisse gewohnt ist. Ob terroristische Anschläge, Umweltkatastrophen oder Finanz- und Wirtschaftskrisen – diese Generation hat gelernt, dass das Leben trotz hoher Unsicherheit weitergeht.

  • …möchte lebenslang lernen (statt nur in der Ausbildung oder beim Berufseinstieg), fordert neue Familienmodelle (auch Väter gehen jetzt in Elternzeit) und so viel Freizeit wie nur möglich.

  • …nutzen die sozialen Netzwerke für Selbstdarstellung und Persönlichkeitsentwicklung. Flexibilität, Globalisierung und Toleranz werden größer geschrieben als je zuvor!


Wie führt man die Generation Y?


Mitarbeiter dieser Generation wollen keinesfalls als (wirtschaftliches) Objekt oder reiner Produktionsfaktor, sondern vielmehr als eigenständiges Individuum betrachtet werden.

Allein mit monetären Anreizen lassen sie sich nicht ködern. Es gilt stattdessen ihre individuellen Wünsche und Bedürfnisse zu befriedigen.


Liegt die künftige Herausforderung für Unternehmen und Führungskräfte nun also darin, die Wünsche der Mitarbeiter von den Lippen abzulesen und ihren Ansprüchen permanent gerecht zu werden?


Nein. Es gilt jedoch mehr als früher, auf seine Mitarbeiter zuzugehen, mit ihnen ins Gespräch zu kommen - auf Augenhöhe - und Respekt und Berücksichtigung zu signalisieren. Durch Gespräche lassen sich Kompromisse darüber aushandeln, was für beide Seiten wichtig und zufriedenstellend ist. Nicht jeder Wunsch muss erfüllt werden, aber ein offenes Ohr und Wertschätzung kann schon viel bewirken.


Gestaltet man Aufgaben nach dem individuellen Leistungsniveau, fordert durch Delegation, Handlungsspielraum und viel Eigenverantwortung, erteilt regelmäßiges und vor allem konstruktives Feedback und bietet Möglichkeiten zu Weiterbildung an, können sich Mitarbeiter ganz im Sinne der Selbstverwirklichung persönlich weiterentwickeln.


Durch flache Hierarchien, vereinfachte Kommunikation und Einbeziehung in wichtige Entscheidungsprozesse vermittelt man diesen Mitarbeitern darüber hinaus, eben kein Objekt, sondern ein wichtiger Teil des Teams und der Organisation zu sein.


Sei es letztendlich auch in Form von Angeboten zu flexiblen oder gar echten Vertrauensarbeitszeiten, zu Home-Office-Möglichkeiten, Kindertagesstätten und Fitnesscenter im eigenen Betrieb, Gesundheitsseminare und Sabbaticals, um mal wieder ganz zu sich selbst zu finden.


Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, wie man auf die Bedürfnisse dieser Generation eingehen und somit junge, talentierte Mitarbeiter auch langfristig halten kann.

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